Dance Ability - Methodik und Philosophie des inklusiven tanzpädagogischen Ansatzes

Bezeichnung Wert
Titel
Dance Ability - Methodik und Philosophie des inklusiven tanzpädagogischen Ansatzes
Verfasserangabe
Angelika Holzer. Regina Pauls
Medienart
Sprache
Person
Auflage
[Druck]
Verlag
Ort
Salzburg
Jahr
Umfang
121 Seiten
Fußnote
Diplomarbeit ; Literaturverz. S. 112 - 119
Schlagwort
Annotation
Aus dem Vorwort: Die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema DanceAbility geht aus meinem Wunsch hervor, allen Menschen in unserer Gesellschaft begegnen zu können. Ich glaube, dass wir ganzheitliche existieren können, wenn wir zumindest die Möglichkeit haben, uns mit dem Anderen, dem Ungewohnten - in diesem Fall mit Menschen mit Behinderungen - auseinanderzusetzen und diese Chance auch wahrnehmen.
Seit meiner Kindheit bin ich immer wieder in Kontakt mit verschiedenen Menschen mit Behinderungen - privat wie auch beruflich als Sonderhortnerin, im Studium der Elementaren Musik- und Tanzpädagogik und in der Arbeit mit DanceAbility. Momentan bin ich beruflich in einem Ambulatorium für Körper- und mehrfachbehinderte Menschen in Graz tätig. Aus all den gesammelten Erfahrungen ergaben sich für mich ein natürlicher Zugang und eine Aufgeschlossenheit gegenüber dieser sozialen Randgruppe. Die Menschen fordern mich auf offen und präsent zu sein, zu improvisieren, meine vorgefassten Meinungen zu hinterfragen und kontinuierlich zu verändern.
In DanceAbility Gruppen ist jede/r mit den eigenen Besonderheiten willkommen, es geht um einen gemeinsamen Gegenstand - die Tanzimprovisation. Eine Gemeinschaft entsteht, in der das schöpferische Zusammenarbeiten im Vordergrund steht, was sich nicht immer einfach - jedoch sehr bereichernd für alle Beteiligen - gestaltet.
Das Studium am Orff-Institut (ab 2003) ermöglichte mir weitere Einsichten in die Arbeit mit integrativen Gruppen. Die Lehrpraxis mit der Lebenshilfe-Gruppe unter der Leitung von Shirley SALMON beeindruckte mich nachhaltig. In meinem ersten Studienjahr leitete Alito ALESSI (der Gründer von DanceAbility) einen Gastkurs am Orff-Institut. Sein Ansatz faszinierte mich und ich ließ nichts ungeschehen, um die Ausbildung zur DanceAbility Lehrerin im Sommer 2004 zu absolvieren. In dem intensiven einmonatigen Kurs in Eugene (Oregon, USA) lernte ich sehr viel über Gemeinschaft, Tanzimprovisation und Methodik für inklusive Gruppen. Die vielfältigen Begegnungen und die die Zusammenarbeit mit den Menschen mit Behinderungen in diesem Kurs veränderten meinen Umgang mit ihnen in besonderer Weise. Durch den Studienschwerpunkt Musik und Tanz in Sozialer Arbeit und Integrativer Pädagogik konnte ich die theoretische Ebene bezüglich Integration / Inklusion vertiefen und mich praktisch mit diversen anderen Zugängen - die auf das Elementare Gruppenmusizieren nach Wilhelm KELLER aufbauen - auseinandersetzen. Gerade der schöpferische Umgang mit Kunst schafft Berührungspunkte von Mensch zu Mensch und letztendlich sind es Begegnungen, die uns ermöglichen, unsere Meinungen zu differenzieren und unser Verhalten zu verändern.
Seit der Ausbildung zur DanceAbility Lehrerin arbeitete ich mit unterschiedlichsten Zielgruppen, erprobte die Methoden und Übungen und gewann mehr Sicherheit. Durch die praktischen Erfahrungen ergaben sich kontinuierlich neue Herausforderungen und Fragestellungen. Diese wurden 2008 in einem einwöchigen DanceAbility-teachers-upgrade mit Lehrenden aus Europa und mit Alito ALESSI reflektiert und diskutiert. Im Frühjahr 2009 konnte ich dann mit Alito ALESSI im Schulprojekt der Kulturhauptstadt Linz09 für sieben Wochen eng zusammenarbeiten. Wir unterrichteten insgesamt sieben verschiedene Gruppen. ALESSIs Erfahrungsschatz mit DanceAbility und meine Fertigkeiten und Fähigkeiten in der Arbeit mit Kindern ergänzten sich und flossen in die gemeinsame Planung, Durchführung und Reflexion des Unterrichts ein. Diese Zusammenarbeit vertiefte mein Wissen und meine Erfahrung rund um DanceAbility beträchtlich, auch in zahlreichen Diskussionen und Gesprächen in unterschiedlichen Kreisen konnte ich Motivationen, das Weltbild von Alito ALESSI sowie die Chancen und Schwierigkeiten der Arbeit reflektieren und hinterfragen.
Es ist faszinierend, zu beobachten, welche Lernprozesse durch ganz einfache, simple Übungen bei den Einzelnen und bei der Gruppe ausgelöst werden. Die vielen rührenden Momente, in denen echte Begegnung stattfand und die tiefe Zufriedenheit, etwas wirklich Wertvolles bewirkt zu haben, das habe ich von den Erlebnissen mit DanceAbility mitgenommen. Auf Grund dieser Faszination ist auch die vorliegende Arbeit entstanden.
Ich wollte genauer wissen, wovon abhängig ist, dass Inklusion hier gelingen kann, dass jede/r gleichwertiges Mitglied der Gruppe ist und individuelle Fortschritte macht, und zugleich Kooperation in hohem befriedigenden Maße stattfindet. (Angelika Holzer)
Altersbeschränkung
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